Profilserien: Was ist der Unterschied zwischen 60, 70 und 80 mm?
Material · 2026-06-01 · PenSoft-Team · 6 Min. Lesezeit
PVC-Profilkataloge sind voller Bezeichnungen wie "60er Serie", "70er Serie" und "80er Serie". Woher kommen diese Zahlen und was bedeuten sie? Tatsächlich viel: von der Profiltiefe über die Anzahl der Kammern bis hin zur Dämmkapazität und der Glasfähigkeit. In diesem Artikel erklären wir die Logik der Profilserien auf einfache Weise.
Zahl = Bautiefe
Die Zahl im Namen der Serie gibt die Bautiefe (in mm) des Profils an. Eine 70er Serie hat ein Kastenprofil mit einer Tiefe von etwa 70 mm. Diese Tiefe bestimmt, wie viel Platz im Profil vorhanden ist und somit, wie viele Kammern hinein passen.
Warum ist die Anzahl der Kammern wichtig?
Wenn Sie den Querschnitt des Profils betrachten, sehen Sie darin in Luftkammern unterteilte Kammern. Diese Luftkammern verlangsamen den Wärmeübergang:
- Mehr Kammern = mehr ruhige Luftschichten = bessere Dämmung.
- Eine tiefere Serie bedeutet in der Regel mehr Kammern.
Das bedeutet, dass eine 70er Serie typischerweise mehr Kammern und bessere Dämmung bietet als eine 60er Serie. 80er Serien sind hochkammerige Profile, die auf die Dämmziele eines Passivhauses abzielen.
Glasfähigkeit
Die Profiltiefe bestimmt auch die Dicke der Glaseinheit, die eingesetzt werden kann. Ein tieferes Profil schafft Platz für dickere Glaseinheiten (z. B. Dreifachverglasung). Eine 60er Serie arbeitet meist mit Standard-Doppelverglasung, während 70er und 80er Serien problemlos dickere Doppel- oder Dreifachverglasungen tragen. Wenn Sie Dreifachverglasung möchten, müssen Sie die entsprechende Serie wählen.
Welche Serie, wo?
- 60 mm: Wirtschaftliche Projekte, Innenräume, gemäßigtes Klima. Ausreichende, aber grundlegende Dämmung.
- 70 mm: Die "goldene Mitte" der Branche. Gute Dämmung, Unterstützung für dickes Glas, ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die meisten Wohnprojekte finden hier ihren Platz.
- 80 mm und mehr: Hohe Dämmung, Dreifachverglasung, kaltes Klima, hoher Komfort. Teurer, aber mit überragender Energieeffizienz.
Stahlarmierung: unabhängig von der Tiefe, aber entscheidend
Nach der Auswahl der Serie gibt es einen Punkt, der nicht vergessen werden sollte: Stahlarmierung. PVC ist flexibel; die Windlast und das Gewicht des Flügels werden von der innenliegenden verzinkten Stahlplatte getragen. Selbst eine tiefe und hochkammerige Serie kann bei unzureichender Stahlarmierung bei großen Flügeln durchhängen. Der Stahlquerschnitt sollte entsprechend der Flügelgröße und dem Glas gewählt werden. Gute Dämmung wird durch den richtigen Stahl sinnvoll.
Ist tiefer immer besser?
Nein — eine tiefere Serie ist nicht in jedem Projekt erforderlich. Eine 80er Serie kann für ein kleines Küchenfenster in einem gemäßigten Klima übermäßig kostspielig sein. Der richtige Ansatz besteht darin, die Serie nach Klima, Standort und Erwartungen auszuwählen. Zu viel ist Verschwendung, zu wenig ist unbequem.
Ästhetische Wirkung
Die Profiltiefe beeinflusst auch die sichtbare Flügelbreite. Sehr tiefe und hochkammerige Serien können etwas breiter erscheinen; wenn die Ästhetik von schmalem Profil und großem Glas wichtig ist, sollte dieses Gleichgewicht berücksichtigt werden. (Bei der Ästhetik schmaler Profile stechen zudem Aluminiumsysteme hervor.)
Für den Hersteller: die Serie im Angebot verankern
Jede Serie hat ihre eigenen Profile, Wandstärken und zugelassenen Zubehörteile. Das Angebot sollte die richtigen Profile und Preise entsprechend der gewählten Serie verwenden. Wenn Sie die Serie ändern, ändern sich auch die Profilstärken und damit die Geometrie.
Bei PenSoft basiert die Serienauswahl auf dem Katalog: Wenn Sie eine Serie auswählen, werden die Kasten-/Flügel-/Pfostenprofile und Wandstärken dieser Serie automatisch angezeigt; die Zeichnung wird entsprechend der realen Geometrie in mm aktualisiert; das Zubehör wird seriengerecht aufgelistet. So wird beim Sprechen von "70er Serie" das Angebot tatsächlich mit den Profilen dieser Serie, der richtigen Dicke und dem Preis berechnet.
Zusammenfassung
- Die Zahl im Seriennamen = Bautiefe.
- Eine tiefere Serie = in der Regel mehr Kammern = bessere Dämmung.
- Die Tiefe bestimmt die Glasdicke, die eingesetzt werden kann (tiefe Serien für Dreifachverglasung).
- 60 wirtschaftlich, 70 ausgewogen und verbreitet, 80+ hohe Dämmung.
- Stahlarmierung ist unabhängig von der Dämmung, aber entscheidend.
- Eine tiefere Serie ist nicht immer notwendig; wählen Sie nach Klima und Erwartungen.
Dichtung, Eckverbindung und unsichtbare Qualität
Die Qualität der Profilserie wird nicht nur durch die Anzahl der Kammern gemessen; auch die Produktionsdetails sind entscheidend.
- Dichtungssystem: Die Dichtheit des Profils hängt von der Anzahl und Qualität der Dichtungen ab, die darin eingebaut sind. Gute Serien bieten mehrere Dichtungsstränge (einschließlich einer Mitteldichtung) zwischen Flügel und Rahmen, um Wasser-, Luft- und Schallundichtigkeiten zu reduzieren.
- Eckverbindung: PVC-Profile werden in den Ecken durch Wärme miteinander verbunden. Die Sauberkeit und Festigkeit der Verbindung beeinflussen sowohl die Ästhetik als auch die Stabilität. Eine schlechte Eckverbindung birgt das Risiko, sich im Laufe der Zeit zu öffnen.
- Oberflächenqualität: Je glatter und ebenmäßiger die Oberfläche des Profils ist, desto weniger Schmutz haftet daran und desto einfacher ist die Reinigung.
Diese Details fallen dem Kunden nicht sofort ins Auge, bestimmen jedoch die langfristige Leistung des Fensters. Ein guter Hersteller bewertet die Serie nicht nur nach der Tiefe, sondern auch nach diesen unsichtbaren Qualitätsmerkmalen.
Zertifikate und Testwerte
Profilserien werden in Bezug auf Wärmedämmung (U-Wert), Wasserdichtigkeit, Luftdichtheit und Widerstand gegen Windlast getestet und klassifiziert. Diese Werte verknüpfen die Behauptung "gute Serie" mit konkreten Daten.
Dem Kunden die Testwerte der gewählten Serie präsentieren zu können — insbesondere bei hochanspruchsvollen oder gewerblichen Projekten — ist ein starkes Argument. "Diese Serie hat diesen U-Wert, diese Wasserdichtigkeit" sagen zu können, rechtfertigt den Preis und stärkt das professionelle Image. Die Auswahl der Serie mit diesen Daten zu untermauern, zieht die Entscheidung von einem Gefühl hin zu einem Beweis.
Häufig gestellte Fragen
Was zeigt die Seriennummer genau an? Die Zahl im Namen der Serie gibt die Bautiefe (in mm) an. Eine 70er Serie hat ein Kastenprofil mit einer Tiefe von etwa 70 mm. Diese Tiefe bestimmt, wie viele Kammern im Profil Platz finden und welche Glasdicke eingesetzt werden kann. Das heißt, die Zahl ist nicht nur eine Dicke, sondern auch ein Indikator für Dämmung und Glasfähigkeit.
Ist eine tiefere Serie immer besser? Nein. Eine tiefere Serie bietet in der Regel bessere Dämmung, ist jedoch nicht in jedem Projekt erforderlich. Eine 80er Serie kann für ein kleines Küchenfenster in einem gemäßigten Klima übermäßig kostspielig sein. Der richtige Ansatz besteht darin, die Serie nach Klima, Standort und Erwartungen auszuwählen; zu viel ist Verschwendung, zu wenig ist unbequem.
Welche Serie ist für Dreifachverglasung erforderlich? Dreifachverglasung ist dicker und benötigt ein tieferes Profil. In der Regel tragen 70 mm und größere Serien Dreifachverglasungen problemlos; 60er Serien arbeiten meist mit Standard-Doppelverglasungen. Wenn Sie Dreifachverglasung wünschen, müssen Sie die entsprechende Serie von Anfang an wählen. Außerdem muss die Hardware entsprechend angepasst werden, da Dreifachverglasung schwerer ist.
Ist die Stahlarmierung unabhängig von der Serienauswahl? Relativ unabhängig, aber entscheidend. PVC ist flexibel; die Windlast und das Gewicht des Flügels werden von der innenliegenden verzinkten Stahlplatte getragen. Selbst eine tiefe und hochkammerige Serie kann bei unzureichender Stahlarmierung bei großen Flügeln durchhängen. Der Stahlquerschnitt sollte entsprechend der Flügelgröße und dem Glas gewählt werden; gute Dämmung wird durch den richtigen Stahl sinnvoll.
Serienauswahl und langfristiger Wert
Die Auswahl der Profilserie wird oft nur über die Kosten von heute diskutiert: "Welche ist günstiger?" Dabei ist ein Fenster ein Produkt, das 30–40 Jahre lang genutzt wird, und die richtige Serienauswahl ist eine Entscheidung, die über diesen langen Zeitraum Wert schafft. Man sollte die Serie nicht nur nach dem ersten Preis, sondern auch nach dem Gesamtbesitzwert betrachten.
Lassen Sie uns das mit einem Beispiel verdeutlichen. In einem kalten Klima kann die Wahl einer Serie mit niedriger Dämmung aus wirtschaftlichen Gründen zu anfänglichen Einsparungen führen; aber jeden Winter wird diese Differenz als höhere Heizkosten zurückgeholt — und das über Jahre hinweg. Der Unterschied übersteigt innerhalb weniger Jahre die anfänglichen Einsparungen. Im Gegensatz dazu amortisiert sich eine richtig gewählte hochdämmende Serie, auch wenn die Anfangskosten etwas höher sind, durch niedrigere Rechnungen und hohen Komfort. Daher bedeutet "günstige Serie" nicht immer "wirtschaftliche Serie".
Eine weitere Dimension des langfristigen Wertes ist der Gebäudewert. Fenster mit hoher Energieeffizienz wirken sich positiv auf die Energieidentität eines Gebäudes und damit auf den Marktwert aus. Käufer und Mieter bevorzugen Räume mit niedrigen Rechnungen und hohem Komfort; gute Fenster sind ein sichtbarer Vorteil in dieser Wahl.
Die dritte Dimension ist Haltbarkeit und Zufriedenheit. Eine qualitativ hochwertige Serie arbeitet zusammen mit dem richtigen Stahl und Beschlag jahrelang problemlos; das bedeutet sowohl Zufriedenheit für den Endverbraucher als auch einen guten Ruf für den Hersteller. Ein Fenster, das häufig gewartet werden muss, das durchhängt oder undicht ist, belastet sowohl den Kunden als auch das Unternehmen.
All dies verwandelt die Serienauswahl von einem "Preiskampf" in eine bewusste Wertentscheidung. Die Aufgabe des Herstellers besteht darin, dem Kunden dieses langfristige Bild zu zeigen: "Diese Serie hat anfangs etwas höhere Kosten, aber in diesem Klima spart sie Ihnen so viel an Rechnungen und bietet so viel Komfort." Diese Klarheit ermöglicht es dem Kunden, sein Geld an der besten Stelle zu investieren und erleichtert es ihm, hinter seiner Entscheidung zu stehen.
Den Unterschied der Serie dem Kunden erklären
Profilserien gehören zu den abstraktesten Themen für den Kunden; die Zahlen "60, 70, 80" sagen den meisten Menschen nichts. Daher hat der Hersteller die wichtige Aufgabe, den Unterschied der Serien in eine verständliche Sprache zu übersetzen. Statt zu sagen: "Diese Serie hat 70 mm, es gibt die fünfte Kammer", sollte man sagen: "Diese Serie hält Ihr Zuhause im Winter dank der Luftkammern innen wärmer und senkt Ihre Rechnung." Ähnlich sollte man statt zu sagen: "Sie kann Dreifachverglasung tragen" sagen: "Wenn Sie in einem kalten Klima leben, öffnet diese Serie die Tür zur höchsten Dämmoption." Diese Übersetzung verankert die Entscheidung im Leben des Kunden. Visuelle Hilfsmittel erleichtern diese Erklärung: Wenn Sie eine Serie auswählen, werden Zeichnung und Maße mit den echten Profilen aktualisiert, sodass Sie dem Kunden klar präsentieren können: "Mit dieser Serie sieht Ihre Position so aus, der Preis ist so; mit der nächsthöheren Serie verbessert sich die Dämmung so, der Preis ist so viel." Die Verständlichkeit der Serie stärkt sowohl die richtige Auswahl als auch das Vertrauen des Kunden.
Die Profilserie ist das Fundament des Fensters. Wenn sie richtig gewählt wird, erhält alles, was darauf aufbaut (Glas, Beschlag, Farbe), Bedeutung. Bestimmen Sie die Serie nicht nach Vermutungen, sondern nach Bedarf.